Klärschlamm

Wertvoller Dünger oder giftiger Schlamm


Bayern, du Land der Verbrenner!

(1.2.2021) Waltraud Galaske, BMK Bayern

Das kann Bayern nicht auf sich sitzen lassen, dass 73.000 Tonnen Trockenmasse (t TM) Klärschlamme pro Jahr in anderen Bundesländern verbrannt werden. Und Bayern macht Druck zum Bau von mehr eigenen Verbrennungskapazitäten!
 
Zusätzlich zu den Übersichten des Bayerischen Staatsministerium für Umwelt und Verbraucherschutz für 2018 zu neuen Anlagen und Kapazitäten gibt es nun weitere Meldungen, sogar in einem Kohlekraftwerk:
 
Ort Art Landkreis Regierungsbezirk t TM pro Jahr
Breitenhart Monoverbr. Straubing-Bogen Niederbayern 13.000
Straubing Monoverbr. Stadt Niederbayern 30.000
Gersthofen Monoverbr. Augsburg Schwaben 27.000
Nürnberg Monoverbr. Stadt Mittelfranken 40.000
Großheirath Monoverbr. Coburg Oberfranken 13.000*
Schweinfurt Müllverbr. Stadt Unterfranken 10.000*
München Monoverbr. Stadt Oberbayern 37.000
Zolling Kohlekraftw. Freising Oberbayern 37.000
    Summe:   207.000*
Tabelle: Neue Verbrennungskapazitäten für Klärschlamm in Bayern

*) geschätzte Werte
 
Das heißt, dass ungefähr das 3 fache an Neukapazität in Bayern geschaffen wird, als das was bisher außerhalb von Bayern verbrannt wird.
 
Wir meinen, das ist mehr als notwendig und so könnte es dann zu Klärschlamm-Importen kommen.
 
Das zeigt, dass sich die Verbrennungslobby einen Ausbau sichert, bevor aus Klimagründen jede Verbrennung verboten werden würde.
 
Wir bezweifeln die Aussage, Klärschlamm wäre eine regenerative Ressource. Dazu muss erst mal die Gegenrechnung erfolgen, wieviel Energie in den Kläranlagenbetrieb, in die Schlammtrocknung und in den Transport gesteckt werden muss.
 

Klärschlammverbrennung Gersthofen

Die Unterlagen sind bis 26.2.2021 online einsehbar unter
https://uvp-verbund.de/trefferanzeige?docuuid=43422D35-E159-4D9B-ABCF-F4B9DED1B019&plugid=/ingrid-group:ige-iplug-by&docid=43422D35-E159-4D9B-ABCF-F4B9DED1B019
Die Öffentlichkeitsbeteiligung läuft vom 27.1. bis 26.3.2021.
 

Autokorso und Kundgebung der Bürgerinitiative Breitenhart

(6.1.2021) aus https://www.facebook.com/NEINzurKVA/?tn-str=k*F

Gegen den vorzeitigen Baubeginn der Klärschlamm-Verbrennung in Breitenhart protestierten ca. 100 Personen aus der Nachbarschaft in einem Autokorso. In der anschließender Kundgebung der Bürgerinitiative „BI Bachlertal“ in Hofkirchen wurden Forderungen laut, die Anlage nicht weiter zu bauen.
 
Weiteres unter
 

Klärschlammchaos in Bayern!

(16.12.2020) Waltraud Galaske, BMK Bayern

Spätestens bis zum Jahr 2029 muss der größte Teil der Klärschlammentsorgung neu geregelt werden. Zum einen liegt das an der neuen Klärschlammverordnung, die eine Phosphorverwertung vorsieht und zum anderen an der geplanten Abschaltung von Kohlekraftwerken, die bisher oft Klärschlamm mitverbrennen. Die Menge an Klärschlamm in Bayern wird mit 270.000 Tonnen in Trockenmasse (t TM) benannt.
 
Hier: Übersicht für Planungen zur bayernweiten Klärschlammverbrennung aus einem Online-Vortrag von Frau Badenberg (Bay.StMUV) am 4.11.2020

DAS BESSERE MÜLLKONZEPT fordert von der bayerische Landesregierung
  • den Wildwuchs von Anträgen zum Bau von privaten Verbrennungsanlagen für Klärschlamm durch eine Rahmenplanung einzuschränken
  • Bemühungen zu einer Mengenreduzierung beim Klärschlamm
  • Vorgehen gegen immer mehr Umweltgifte im Klärschlamm.
Als Beispiel für die Schaffung von Überkapazitäten ist der Landkreis Straubing Bogen zu nennen, in dem neben der mit Kommunen abgesprochenen Verbrennungsanlage an der Straubinger Kläranlage (ca. 40.000 t TM) auch noch eine private Monoverbrennungsanlage mit Klärschlammtrocknung bei Mallersdorf (12.000 t TM) beantragt wird.
Bisher wurde Klärschlamm von kleinen Kläranlagen oft noch landwirtschaftlich genutzt. Für eine künftige Entsorgung scheinen alle Klärschlämme (die guten und die belasteten) vermischt in Verbrennungsanlagen zu wandern. Das LfU plädiert für eine Verbrennung, wegen der Belastung mit Umweltgiften, Medikamenten und Bakterien, obwohl das nicht für alle Klärschlämme zutrifft. Da es immer noch saubere Klärschlämme gibt, könnten diese weiterhin direkt als Dünger genutzt werden.
Zudem sind weitere Verfahren möglich, wie die Phosphor-Gewinnung direkt in den Kläranlagen.
Ein Problem scheint zudem die Vermarktung des gewonnenen Phosphors zu werden. Wenn er als Düngemittel angeboten werden soll, muss er marktgängig angeboten werden. Erfolgt das nicht, könnte er als Rohstoff in industriellen Prozessen landen, aber das war nicht die Intention der Klärschlammverordnung.


Erörterungstermin Breitenhart

Die 7-stündige Erörterung zur immissions-schutzrechtlichen Genehmigung drehte sich um Einwendungen zu 78 Themen-bereichen. Dazu eine PM.
Waltraud Galaske vertrat den BN-LAK.
Die BI Bachlertal und weitere Einwender hatte Fachleute in ihren Reihen.
Die Genehmigungsbehörde begründete den Antrag und sah keinen Grund eine Genehmigung zu verwehren.
Es kam zu kleine Verbesserungen.

13. Nov. 2020

Landesarbeitskreis Abfall und Kreislaufwirtschaft (LAK) des
BUND Naturschutz in Bayern

Erörterungstermin in Landshut
zur Klärschlammverbrennung
Breitenhart/ Ldkr. Straubing-Bogen
für 13.000 t Trockenmasse

 

Unterstützung einer Petition
der BI Bachlertal zur Erstellung eines Konzeptes zur Klärschlammnutzung

in Niederbayern durch die Sprecherinnen Waltraud Galaske und Johann Meindorfer

13.Mai 2020
Landesarbeitskreis Abfall und Kreislaufwirtschaft (LAK) des
BUND Naturschutz in Bayern

 

Klärschlamm zum Verbrennen zu schade!

BUND Position vom Juni 2005, erstellt von den BUND Bundesarbeitskreise Abfall, Landwirtschaft, Bodenschutz und Wasser

Ein Positionspapier der bayerischen Bürgeraktion DAS BESSERE MÜLLKONZEPT vom April 2005 als pdf zum Herunterladen  164 kB


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