Klärschlamm

Wertvoller Dünger oder giftiger Schlamm

Autokorso und Kundgebung der Bürgerinitiative Breitenhart

(6.1.2021) aus https://www.facebook.com/NEINzurKVA/?tn-str=k*F

Gegen den vorzeitigen Baubeginn der Klärschlamm-Verbrennung in Breitenhart protestierten ca. 100 Personen aus der Nachbarschaft in einem Autokorso. In der anschließender Kundgebung der Bürgerinitiative „BI Bachlertal“ in Hofkirchen wurden Forderungen laut, die Anlage nicht weiter zu bauen.
 
Weiteres unter
 

Bayern, du Land der Verbrenner!

(4.1.2021) Waltraud Galaske, BMK Bayern

Das kann Bayern nicht auf sich sitzen lassen, dass 73.000 Tonnen Trockenmasse (t TM) Klärschlamm pro Jahr in anderen Bundesländern verbrannt wird. Und Bayern macht Druck zum Bau von eigenen Klärschlammverbrennungsanlagen!
In den neusten Übersichten des Bayerischen Staatsministerium für Umwelt und Verbraucherschutz werden folgende neuen Anlagen aufgezählt:
 
Ort Landkreis Regierungsbezirk t TM pro Jahr
Breitenhart Straubing-Bogen Niederbayern 13.000
Straubing Stadt Niederbayern 30.000
Gersthofen Augsburg Schwaben 35.000
Nürnberg Stadt Mittelfranken 40.000
Großheirath Coburg Oberfranken 12.000*
Schweinfurt Stadt Unterfranken 10.000*
München Stadt Oberfranken 37.000
  Summe:   177.000*
Tabelle: Planungen von neuen Monoverbrennungsanlagen in Bayern

*) geschätzte Werte
 
Das heißt, dass ungefähr das 2,5 fache an Neukapazität der externen Lieferungen als Planungen laufen.
Wir meinen, das ist mehr als notwendig und so könnte es dann zu Importen kommen.
Anders herum gesagt, die Verbrennungslobby sichert sich den Anlagenbau bevor aus Klimagründen jede Verbrennung verboten werden würde.
Es wird sogar gesagt, Klärschlamm wäre eine regenerative Ressource. Da sollte aber erst mal die Gegenrechnung erfolgen, wieviel Energie in den Kläranlagenbetrieb, in die Schlammtrocknung und den Transport gesteckt werden muss.
 

Klärschlammchaos in Bayern!

(16.12.2020) Waltraud Galaske, BMK Bayern

Spätestens bis zum Jahr 2029 muss der größte Teil der Klärschlammentsorgung neu geregelt werden. Zum einen liegt das an der neuen Klärschlammverordnung, die eine Phosphorverwertung vorsieht und zum anderen an der geplanten Abschaltung von Kohlekraftwerken, die bisher oft Klärschlamm mitverbrennen. Die Menge an Klärschlamm in Bayern wird mit 270.000 Tonnen in Trockenmasse (t TM) benannt.
 
Hier: Übersicht für Planungen zur bayernweiten Klärschlammverbrennung aus einem Online-Vortrag von Frau Badenberg (Bay.StMUV) am 4.11.2020

DAS BESSERE MÜLLKONZEPT fordert von der bayerische Landesregierung
  • den Wildwuchs von Anträgen zum Bau von privaten Verbrennungsanlagen für Klärschlamm durch eine Rahmenplanung einzuschränken
  • Bemühungen zu einer Mengenreduzierung beim Klärschlamm
  • Vorgehen gegen immer mehr Umweltgifte im Klärschlamm.
Als Beispiel für die Schaffung von Überkapazitäten ist der Landkreis Straubing Bogen zu nennen, in dem neben der mit Kommunen abgesprochenen Verbrennungsanlage an der Straubinger Kläranlage (ca. 40.000 t TM) auch noch eine private Monoverbrennungsanlage mit Klärschlammtrocknung bei Mallersdorf (12.000 t TM) beantragt wird.
Bisher wurde Klärschlamm von kleinen Kläranlagen oft noch landwirtschaftlich genutzt. Für eine künftige Entsorgung scheinen alle Klärschlämme (die guten und die belasteten) vermischt in Verbrennungsanlagen zu wandern. Das LfU plädiert für eine Verbrennung, wegen der Belastung mit Umweltgiften, Medikamenten und Bakterien, obwohl das nicht für alle Klärschlämme zutrifft. Da es immer noch saubere Klärschlämme gibt, könnten diese weiterhin direkt als Dünger genutzt werden.
Zudem sind weitere Verfahren möglich, wie die Phosphor-Gewinnung direkt in den Kläranlagen.
Ein Problem scheint zudem die Vermarktung des gewonnenen Phosphors zu werden. Wenn er als Düngemittel angeboten werden soll, muss er marktgängig angeboten werden. Erfolgt das nicht, könnte er als Rohstoff in industriellen Prozessen landen, aber das war nicht die Intention der Klärschlammverordnung.


Erörterungstermin Breitenhart

Die 7-stündige Erörterung zur immissions-schutzrechtlichen Genehmigung drehte sich um Einwendungen zu 78 Themen-bereichen. Dazu eine PM.
Waltraud Galaske vertrat den BN-LAK.
Die BI Bachlertal und weitere Einwender hatte Fachleute in ihren Reihen.
Die Genehmigungsbehörde begründete den Antrag und sah keinen Grund eine Genehmigung zu verwehren.
Es kam zu kleine Verbesserungen.

13. Nov. 2020

Landesarbeitskreis Abfall und Kreislaufwirtschaft (LAK) des
BUND Naturschutz in Bayern

Erörterungstermin in Landshut
zur Klärschlammverbrennung
Breitenhart/ Ldkr. Straubing-Bogen
für 13.000 t Trockenmasse

 

Unterstützung einer Petition
der BI Bachlertal zur Erstellung eines Konzeptes zur Klärschlammnutzung

in Niederbayern durch die Sprecherinnen Waltraud Galaske und Johann Meindorfer

13.Mai 2020
Landesarbeitskreis Abfall und Kreislaufwirtschaft (LAK) des
BUND Naturschutz in Bayern

 

Klärschlamm zum Verbrennen zu schade!

BUND Position vom Juni 2005, erstellt von den BUND Bundesarbeitskreise Abfall, Landwirtschaft, Bodenschutz und Wasser

Ein Positionspapier der bayerischen Bürgeraktion DAS BESSERE MÜLLKONZEPT vom April 2005 als pdf zum Herunterladen  164 kB


Weitere Informationen