Ersatzbrennstoff/ Altholz

BÜRGERAKTION DAS BESSERE MÜLLKONZEPT IN BAYERN e.V. LEHNT MÜLLVERBRENNUNG IN ALTENSTADT AB

Die Vorstandschaft des Dachverbands der bayerischen Müllinitiativen DAS BESSERE MÜLLKONZEPT spricht sich entschieden gegen die Pläne der Firma „Heizkraftwerk Altenstadt“ im Landkreis Weilheim-Schongau aus, ihre Anlage zu einer privat-betriebenen Müllverbrennung für Ersatzbrennstoffe umzurüsten.

Eine Müllverbrennung konterkariere, so Vorstandssprecherin Waltraud Galaske aus Fürth, die Bemühungen zu einer öklogischen Abfallwirtschaft und verhindere Abfallvermeidung und stofflicher Verwertung. Vor über dreißig Jahren, habe sich der Landkreis Weilheim-Schongau gegen die Müllverbrennung und für ein alternatives Konzept zur Behandlung von Restmüll und Biomüll entschieden. Dieses Konzept sei in vorbildlicher Weise immer wieder verbessert und optimiert worden. Es finde auch überregional vielfache Beachtung und stelle heute einen Leuchtturm in der Müllentsorgung dar, auf den der Landkreis stolz sein könne.

Dass nun durch einen Privatbetreiber gegen den Willen des Landkreises und der Bürgerinnen und Bürger, noch dazu in einem beschleunigten Verfahren ohne Beteiligung der Öffentlichkeit, gerade in diesem vorbildlichen Landkreis eine Müllverbrennungsanlage entstehen soll, wird auch vom Dachverband aufs Schärfste verurteilt.
Sollte dieses Vorhaben genehmigt und umgesetzt werden, so müsse man vor Ort mit erhöhten Schadstoffbelastungen in der Luft, Geruchsbelästigungen und einem vermehrten Verkehrsaufkommen rechnen. All dies ist den Bürgerinnen und Bürgern nicht zuzumuten.

Anstelle der Erweiterung zu einer Müllverbrennung, wäre es nach Ansicht des Besseren Müllkonzepts, vielmehr angebracht, die bestehende Anlage durch die Nutzung der Abwärme, also über Verfahren der Kraftwärmekoppelung ökologisch vertretbar zu optimieren.

Da sowohl die Umweltinitiative Pfaffenwinkel, als auch die BUND Naturschutz-Gruppe Mitglied im Dachverband sind, wurde beschlosssen, sich dem Aktionsbündnis gegen diese Anlage anzuschließen und den Widerstand vor Ort zu unterstützen.

PM vom 28.7.2020 herausgegeben vom Vorstand: Waltraud Galaske, Josef Metzger, Hannes Hüttinger

Presseartikel:
Schongauer Nachrichten vom 3.8.2020 und vom 6.8.2020 Teil 1 und Teil 2
weiteres siehe unter https://www.uip-online.de/category/heizkraftwerk_altenstadt/


Papierfabrik in Schongau Bayern macht Versuche mit dem Brennstoff  "BauhM"

In Abstimmung mit der örtlichen Umweltinitiative Pfaffenwinkel wird eine Versuchsreihe gefahren, wie sich der neue Brennstoff im Heizkraftwerk und in den Emissionen auswirkt. 

Der Stoff mit dem Marken namen "BauhM" fällt in der regionalen Abfallbehandlung in Erbenschwang an. Die dort gewonnene, heizwertreiche Fraktion soll künftig einen Teil des Altholzes im Heizkraftwerk bei UPM ersetzen, das auch die Stadt Schongau mit Fernwärme versorgt.

Zitat aus Merkur Online: "BauhM besteht aus 20 bis 30 Prozent regenerativen Materialien (Papier, Pappe, Küchen- und Gartenabfälle), Kunststofffolien (überwiegend PE-Folien), nicht verwertbaren Verpackungsbestandteilen, Windeln und Textilien".

Hier ein Zeitungsartikel aus Merkur Online UPMAltholzSchongau.pdf

Als zusätzliche Information ein Überblick über die Biomassenutzung in Bayern: http://www.lwf.bayern.de/forsttechnik-holz/biomassenutzung/034400/index.php

eingestellt von Waltraud Galaske am 24.1.2015


RWE macht Rückzieher: 
Antrag auf Abfallmitverbrennung zurückgezogen

Erfolg für BUND und Bürgerinitiativen

04.05.2011 - Das RWE hat die Konsequenzen aus dem anhaltenden Protest von BUND und Bürgerinitiativen gezogen, und den Genehmigungsantrag für die dauerhaften Mitverbrennung zusätzlicher so genannter Ersatzbrennstoffe (EBS) im Industriekraftwerk Berrenrath zurückgezogen. Damit ist der schleichende Umbau des Braunkohlenkraftwerks hin zu einer verkappten Müllverbrennungsanlage erst einmal gestoppt.

und weitere Mitteilung zur Müllverbrennung siehe unter https://www.bund-nrw.de/themen/mensch-umwelt/technischer-umweltschutz/hintergruende/abfallpolitik/


ERSATZBRENNSTOFF

Ein großer Teil des Haus- und Gewerbemülls besteht aus heizwertreichen Stoffen, die stofflich nicht verwertbar sind und unbehandelt nicht deponiert werden können. Diese Stoffe werden als „Ersatzbrennstoffe“ (EBS) in bereits bestehenden Kraftwerken bzw. Industrieanlagen oder in neu geplanten Mono-Verbrennungsanlagen (EBS-Müllverbrennungsanlagen) genutzt.

Diese Entwicklung belastet Umwelt und Gesundheit in zunehmendem Maße, denn

  • der EBS aus Müll ist meist hoch mit Schadstoffen belastet (insbesondere mit giftigen Schwermetallen), zum Teil so hoch wie Sondermüll. Es gibt keine gesetzlichen Grenzwerte für die Schadstoffbelastung von EBS.
  • mit EBS betriebene Feuerungsanlagen verfügen in der Regel nur über primitive Filteranlagen, so dass die Schadstoffemissionen in die Luft (insbesondere der Ausstoß krebserregender Stoffe) um ein Vielfaches höher ist als bei Anlagen mit effektiver Rauchgasreinigungstechnik.
  • EBS aus Müll unterliegt nicht der öffentlichen Abfallentsorgung und ist frei handelbar. Die Folge ist ein bundesweiter „Mülltourismus“. Durch die Schaffung gewaltiger Verbrennungsüberkapazitäten hierzulande werden zudem brennbare Abfälle aus weiten Teilen Europas nach Deutschland importiert („Sogwirkung“).

Der AK-Abfall des BUND-NRW erarbeitet ein Positionspapier zur Problematik der Verbrennung von Ersatzbrennstoffen. 

Auf der Homepage des BUND-NRW ist mehr über Ersatzbrennstoffe zu lesen: https://www.bund-nrw.de/service/publikationen/detail/publication/umweltdumping-durch-ebs-anlagen/

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