Verwerten oder Verbrennen

Zuviel Müllverbrennung

In München wird verbrannt statt verwertet

(15.12.2020) Ulrich Grasberger von Müll-München

 
"Die Abfallwirtschaft München (AWM) will im Jahr nicht mehr als 5 kg Verpackungsabfälle pro Einwohner (kg/EWa) getrennt sammeln.
Deshalb werden nicht ausreichend Container aufgestellt, um den bundesweiten Durchschnitt von 32 kg/EWa zu erreichen.
Das geht aus Platzgründen in der Stadt auch gar nicht!
Gleichzeitig wird das Holsystem von der Stadt München, sogar von den Grünen abgelehnt." sagt Grasberger.
Foto: Ulrich Grasberger © 2020

Warum gibt es keine Verbesserung bei der Wertstofferfassung?

Die Begründung des AWM und der Politik reduziert sich auf die Aussage: 
„Münchner Plastikmüll, könnte vielleicht in den Weltmeeren in Asien landen. Deshalb müsse man besser verbrennen“.
Hier wird ein sichtbarer Umweltfrevel in München durch ein einen möglichen, gerüchteweisen Frevel begründet.
Statt einen Export zu stoppen, verbrennt man sicherheitshalber lieber. Produziert CO
2 und Feinstaub und vernichtet wertvolle Rohstoffe. Recycling ist nicht ohne Probleme, aber alternativlos. neben der Müllvermeidung. Nun ja, wir kennen das, jedes Argument wird passend gemacht, damit die Container stehen bleiben können. Die Anwohner haben den Schaden.
Das Bundesumweltamt in Berlin sagt, dass der Stoffstrom des Dualen System kilogrammgenau dokumentiert wird und dass 1 bis 3 Prozent der Leichtverpackungen des Dualen Systems vorsortiert nach Asien verkauft werden. BellandVision, einer der Partner für München sagt, dass 1 Prozent vorsortierte Kunststoffverpackungen außerhalb der EU und nach Asien verkauft wird.
Kunststoff wird als Rohstoff in Asien benötigt, auch wenn der sinkende Ölpreis die Vermarktung derzeit erschwert. Unklar ist, was mit dem gewerblichen Verpackungsmüll passiert, denn der ist weiter unkontrolliert.
Es mag also sein, dass es bei dem einen Prozent an Verpackungsmüll aus dem Dualen System, der nach Asien geht, auch Probleme gibt und Lager und Mülldeponien vorhanden sind, die nicht den Vorgaben entsprechen. Diese Müllberge können auch von Absendern aus anderen Teilen der Welt oder aus gewerblichen Quellen stammen. Greenpeace recherchiert dazu.
Natürlich wird es auch weiter Missbrauch geben beim Müll. Plastikverpackungen, die beim Feiern an der Isar im Fluss landen, finden wahrscheinlich ebenso den Weg ins Meer. Aber Asien klingt natürlich besser.
Politisch kann aber doch nur die Antwort lauten, dagegen vorzugehen und den Export außerhalb der EU an zweifelhafte Abnehmer bei Verdacht, wenn nötig, zu stoppen.

Die Reaktion kann jedoch nicht sein, das Recycling in Frage zu stellen? Recycling ist eine Zukunftstechnologie und für eine nachhaltige, ökologische Gesellschaft alternativlos.


Schlechtes Beispiel: MÜNCHEN

(6.11.2020) Waltraud Galaske, BMK Bayern

Das BESSERE MÜLLKONZEPT freut sich, dass München eine „ZERO-WASTE“-Stadt werden will. Aber dazu müsste die Stadt auch bei den Möglichkeiten zur Abfalltrennung nachbessern.

Im Stadtgebiet von München gibt es nur ca. 1.000 Wertstoffinseln, bei denen Verpackungs-Abfälle, Glas und Dosen entsorgt werden sollen.
Diese erweisen sich als Ärgernis, denn immer mehr Müll landet neben den Containern.

DAS BESSERE MÜLLKONZEPT in Bayern moniert die schlechte Abfalltrennung in München, denn in dieser Form wird der bayernweiten Wert weit unterschritten.
Eigene Grafik aus bayernweiten Zahlen von 2018

In München wird ein unterdimensioniertes Bringsystem angeboten und es werden Falschaussagen gestreut. Die Münchner sollen sich noch gut dabei fühlen, möglichst viele Wertstoffe über den Restmüll in die Müllverbrennung zu liefern.
Doch auch für München gilt, dass die Müllverbrennung klimaschädlich ist, denn dort wird die Energie von aufwendig erstellten Produkten schlecht genutzt, Rohstoffe und die Herstellenergie gehen verloren und der feuchte Biomüll ist dort völlig fehl am Platz, er könnte über Biogasanlagen viel klimaschonender genutzt werden.
Die schlechte Abfalltrennung in München konterkarriert auch die Bemühungen zur Einhaltung der Klimaziele. Denn Rohstoffe werden vernichtet, es müssen wieder neue Rohstoffe abgebaut oder neu erzeugt werden, das bedeutet auch einen höheren Energieeinsatz in der Herstellkette.
Abfallvermeidung und auch Abfalltrennung muss zusammen in Angriff genommen werden. Das verlangt auch das bayerischen Abfallgesetz. Die Umsetzung macht Mühe und kostet Zeit, aber es lohnt sich für unser Klima.
 

In der Müllverbrennung verbrennt der Klimaschutz

Waltraud Galaske, 26.06.2019

In Bayern arbeiten viele Müllverbrennungsanlagen an der Kapazitätsgrenze.
Wie kann das gehen, wenn die Restmüllmengen rückläufig sind und mehr Wertstoffe getrennt erfasst werden?
Neben dem Hausmüll werden in den Müllverbrennungsanlagen "Reststoffe zur thermischen Verwertung" mitverbrannt. Diese setzten sich meist aus gut brennbaren Stoffen wie Kunststoffe und Papier zusammen.

DAS BESSERE MÜLLKONZEPT wendet sich entschieden gegen eine anteilige Bilanzierung von Erneuerbaren Energien  bei den Müllverbrennungsanlagen, weil biogene Anteile mitverbrannt werden. Die Energie und auch die Rohstoffe aus Papier, Holz und Bioabfällen wären bei einer stofflichen Verwertung viel besser genutzt.
Im Input zur Müllverbrennung finden sich neben den biogenen Bestandteilen noch viele an sich verwertbare Kunststoffe, deren stoffliche Nutzung  viel mehr Energie sparen würde als bei der Verbrennung genutzt wird.

Die Müllverbrennung ist ein Zeichen für einen schnellen Müllerzeugung und damit für eine beschleunigte Freisetzung von Klimagasen.

DAS BESSERE MÜLLKONZEPT
setzt sich auch im Sinne des Klimaschutzes dafür ein:

- für Müllvermeidung - gegen Einweg
- für Weiterverwendung - gegen Wegwerfmentalität
- für sortenreine Verpackungen - gegen Materialverbunde
- für Trennung der Wertstoffe - gegen gemischte Sammlungen
- für stoffliche Verwertung - gegen Mischmüllverbrennung
- für mehr Biomüllvergärung - statt Verbrennung

 


Müllverbrennung behindert Wertstofftrennung

Waltraud Galaske, 25.01.2013

Die Bürgeraktion DAS BESSERE MÜLLKONZEPT BAYERN unterstützt die Kritik der internationalen Vereinigung GAIA gegen zu hohe Kapazität bei Müllverbrennungsanlagen in Deutschland.

Die Studie zeigt kurz zusammengefasst auf, 
- dass u.a. Deutschland Verbrennungsüberkapazität hat.
- dass der europaweite Mülltransport zunimmt.
- dass die Verbrennungskapazität weiter ausgebaut werden soll.
- dass zunehmende Kapazität und Mülltransporte den Recyclingzielen entgegenstehen.

In einer Pressemitteilung der Bürgeraktion DAS BESSERE MÜLLKONZEPT wird besonders auf die Situation in Bayern eingegangen, denn auch hier wächst der Druck auf Ausweitung der Verbrennungskapazität und ein Beispiel dafür ist die Müllverbrennungsanlage in Schwandorf. 

Situation in Bayern

So könnte z.B. der ostbayerische Abfallzweckverband ZMS die hohen Verbrennungsraten (im Jahr 2011: 445.000 Jahrestonnen) in der Müllverbrennung Schwandorf drosseln, wenn die Biomüllsammlung ausgeweitet werden würde und für die Anlieferung von Gewerbemüll eine bessere Vortrennung gefordert werden würde.

In Bayern besteht derzeit eine Müllverbrennungskapazität von ca. 3,2 Mio.Tonnen pro Jahr. Davon kommen aber nur max. 2,7 Mio.Tonnen Restmüll pro Jahr aus Bayern, die Differenz wird mit Gewerbeabfällen zur thermischen Verwertung aufgefüllt. 
Gäbe es mehr Abfallvermeidung und würde die Abfalltrennung besser durchgeführt werden, so bliebe nur noch die Hälfte des Restmülls übrig für die Verbrennung. Dann könnten einige Müllverbrennungsanlagen ausgeschaltet werden.

DAS BESSERE MÜLLKONZEPT in Bayern hat in den letzten 25 Jahren zusammen mit Bürgerinitiatven vor Ort das Entstehen von neuen Müllverbrennungsanlagen erfolgreich bekämpft, so dass nicht noch mehr Kapazität aufgebaut werden konnte. Damit wurden den normalen Haushalten viel Gebühren erspart, für Anlagen und für Kapazität, die letztendlich nicht benötigt wurden.

GAIA

Die GAIA ist eine internationale Vereinigung mit dem Ziel, Müllverbrennung zu verhindern und sichere, nachhaltige und gerechte Alternativen zu fördern. In Deutschland hat die Vereinigung Kontakte zu Aktiven u.a. in der Bürgeraktion DAS BESSERE MÜLLKONZEPT.

Ein "Report" zu den Überkapazitäten ist unter folgendem Link in Englisch  zu finden:
http://www.no-burn.org/wp-content/uploads/Overcapacity_report_2013.pdf

weitere Aufstellungen siehe unter:
http://www.no-burn.org/incineration-and-waste-to-energy-resources/

Zitate aus der deutschen Presseerklärung der GAIA:
Brüssel, 21. Januar 2013: Eine neue Studie zeigt, dass in einigen EU-Staaten die in Betrieb befindlichen Müllverbrennungsanlagen mehr Müll verbrennen könnten, als Müll vorliegt, der nicht stofflich zu verwerten ist. 
"Die Ziele für ein ressourcen-effizientes Europa und die Recyclingziele können nicht erreicht werden, ohne eine strenge Kontrolle der Müllverbrennungskapazität durch die Europäische Kommision", so Joan Marc Simon, Koordinator von GAIA.